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Hongkong Film Panorama 2004
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Das Hongkong-Kino habe seinen Reiz verloren,
stecke in einer tiefen Krise oder sei schlicht und ergreifend
tot, hieß es in den letzten Jahren immer häufiger.
In schöner Regelmäßigkeit wurde der Filmindustrie
Hongkongs der unmittelbar bevorstehende Untergang prophezeit
bzw. attestiert, und selbst Asienfilmguru Tony Rayns,
sonst eher zu positiven Übertreibungen neigend,
beurteilte in einem kürzlich erschienenen Artikel
zur INFERNAL AFFAIRS-Trilogie (vgl. Sight and Sound,
Januar 2004) die derzeitige Lage recht kritisch.
Doch
weit gefehlt! Trotz vieler Probleme, mit denen die Filmschaffenden
Hongkongs seit etwa Mitte der 1990er Jahre zu kämpfen
haben, konnte sich die Filmindustrie enorm weiterentwickeln,
was unter anderem auch eine Diversifikation und Professionalisierung
mit sich brachte. Filme wie THE MISSION (1999, Johnnie
To), IN THE MOOD FOR LOVE (2000, Wong Kar Wai) oder MADE
IN HONG KONG (1997, Fruit Chan), die auch international
Aufmerksamkeit erregten, belegen dies eindrucksvoll.
Nun war 2003 für Hongkong im allgemeinen wie für
die Film- und Musikszene (in Hongkong traditionsgemäß eng
verbunden) im besonderen ein schwarzes Jahr: SARS, die
anhaltend schwierige Wirtschaftslage, die geplante, heftig
umstrittene Verabschiedung des Anti-Subversionsgesetzes,
die Anfang Juli zu einem auch hierzulande beachteten
Protestmarsch führte, und nicht zuletzt der Tod
der Superstars Leslie Cheung (HAPPY TOGETHER) und Anita
Mui (ROUGE) waren alles andere als gute Bedingungen für
ein erfolgreiches Kinojahr. Nichtsdestotrotz ist die
Anzahl der bemerkenswerten bis herausragenden Arbeiten
des letzten Jahres beachtlich. Filme wie PTU (Johnnie
To), RUNNING ON KARMA (Johnnie To und Wai Kar Fai), LOST
IN TIME (Derek Yee), INFERNAL AFFAIRS 2 (Andrew Lau und
Alan Mak) oder auch TRACES OF THE DRAGON (Mabel Cheung)
- um nur einige zu nennen - sorgten für einen Höhepunkt
nach dem anderen, was auch international Beachtung fand
und sich nicht zuletzt in der Filmauswahl der diesjährigen
Berlinale wiederspiegelt.
Diese positive Entwicklung
zum Anlaß nehmend, veranstaltet das Hong Kong Economic
and Trade Office (Hongkongs offizielle Vertretung in
Europa) in Zusammenarbeit mit dem Hong Kong International
Film Festival und dem Filmmagazin CineAsia unter der Überschrift
Hongkong Film Panorama ein Hongkong-Filmfestival, das
in den kommenden Wochen durch mehrere Städte Deutschlands
tourt. Gezeigt wird eine Auswahl von aktuellen Mainstream-
und Independent-Produktionen, die einen repräsentativen
Eindruck vom momentanen Filmgeschehen in Hongkong vermitteln
soll. Von eher HK-typischen Genrearbeiten wie dem bereits
erwähnten Polizeithriller INFERNAL AFFAIRS über
die melancholische Liebesgeschichte THE FLOATING LANDSCAPE
bis hin zum ungewöhnlichen Genrehybriden RUNNING
ON KARMA, präsentiert die Auswahl nicht nur eine
gewaltige Bandbreite von ganz unterschiedlichen Themen,
Stilen und Genres, sondern stellt zugleich auch einige
der momentan wichtigsten Filmschaffenden der ehemaligen
Kronkolonie anhand ihrer Werke einem größeren
Publikum vor. |
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